Tottomandl [Bergmolch, Alpenmolch]

"Tottomandl"

einheimische Bezeichnung für den Bergmolch oder Alpenmolch, zu finden im Speikboden-Gebiet


Das Tottomandl (Bergmolch oder Alpenmolch / Triturus alpestris; Synonym: Mesotriton alpestris) gehört zur Ordnung der Schwanzlurche innerhalb der Klasse der Amphibien. Es lebt unter anderem in den Wäldern des Speikboden-Gebietes.

Tottomandl     Tottomandl-Paar

Lebensraum, Lebensweise

Der Bergmolch ist ein typischer Bewohner von gewässerreichen Wäldern in hügeligen bis bergigen Landschaften - oft ist er dabei mit dem Fadenmolch vergesellschaftet, der aber insgesamt seltener ist. Er fehlt meist in waldarmen Gegenden. Neben dichten Laubwäldern werden auch parkähnliche Gelände und naturnahe Gärten besiedelt. Der Bergmolch ist außerhalb der Laichzeit ein nachtaktives Landtier. Tagsüber hält er sich in vielerlei schattigen Verstecken auf, beispielsweise unter Steinen oder Holz. Nachts geht er auf die Jagd nach Käfern, Regenwürmern und anderem Kleingetier. Zu seinen Hauptfeinden zählen Forellen und andere Fische, die vor allem seine Larven fressen. Nach dem Erwachen aus der Winterruhe im Februar/März wandern Bergmolche sofort zu Gewässern in der Nähe – Waldtümpel und -seen, Löschteiche, Wildsuhlen –, die durchaus auch kühl, schattig und vegetationslos sein können. (Zum Balz- und Paarungsverhalten im Wasser: vergleiche Teichmolch, Triturus oder auch Nördlicher Kammmolch.) Ein Weibchen kann in einer Saison bis zu 250 Eier legen. Diese heftet es einzeln an Wasserpflanzen oder Falllaub, indem es mit seinen Hinterbeinen eine „Tasche“ in die Blätter faltet. Je nach Wassertemperatur dauert die Embryonalentwicklung zwei bis vier Wochen.

Die älteren, zuletzt 50 (manchmal 80) Millimeter langen Larven sind von anderen Molchlarven durch ein stumpf zulaufendes Schwanzende zu unterscheiden. Nach etwa vier bis fünf Monaten „räuberischen“ Lebens im Wasser – sie fressen zunächst Algen, später aber Wasserflöhe, Wasserasseln sowie auch ihresgleichen (Kannibalismus) und leben vor allem benthonisch – erreichen sie die Metamorphose. Manchmal überwintern sie auch im Gewässer. Das Phänomen der Neotenie tritt gerade beim Bergmolch nicht selten auf.

Verbreitung

Die Verbreitung der verschiedenen Unterarten des Bergmolches reicht von Nordfrankreich über Teile Mitteleuropas und Norditaliens (Südtirol / Speikboden) bis nach Nordgriechenland. In Südosteuropa werden insbesondere größere Gebirgszüge besiedelt. Schwerpunkt der Verbreitung ist eindeutig das bewaldete Hügel- und Bergland. Im Alpengebiet kommt die Art bis auf 2500 m.ü.d.M. vor.

Merkmale

Während der Paarungszeit im Frühjahr weisen die bis zu neun Zentimeter langen Männchen eine blaue Rückenfärbung auf; ihre Flanken sind schwarz-weiß punktiert und zum Bauch hin von einem blauen Streifen begrenzt. Der flache, gerade (nicht gezackte) Rückenkamm ist abwechselnd gelblich-schwarz getupft. Die bis zu zwölf Zentimeter langen Weibchen sind in Wassertracht dunkelgrau-braun-grünlich marmoriert und zeigen eine etwas schwächere Flankenpunktierung. Die zentrale Bauchseite beider Geschlechter ist leuchtend orange bis zinnoberrot gefärbt und normalerweise ungefleckt. Nach dem Ende der Laichzeit ab Mai verlassen die erwachsenen Tiere das Gewässer wieder und entwickeln allmählich eine schlichtere, unscheinbarere Landtracht. Diese zeichnet sich durch eine oberseits dunkle, fast schwarze, granulierte, stumpfe und wasserabweisende Haut aus. Der Bauch bleibt noch etwas orange, ist aber weniger farbintensiv als in der Wassertracht.

Gefährdung

Bergmolchbestände leiden unter der Zerstörung oder Beeinträchtigung von Kleingewässern durch Zuschüttung oder Eintrag von Müll, Dünger und Umweltgiften. Werden von Menschen Fische in Kleingewässer eingesetzt, die dort natürlicherweise nicht vorkommen würden, führt dies in der Regel zum Zusammenbruch von Lurchpopulationen, da deren Laich und Larven von den meisten Fischen gefressen werden.

Insbesondere bei den saisonalen Wanderungen, etwa vom Winterquartier zum Laichgewässer, erfahren Bergmolche und andere Amphibien an vielen Stellen im dicht besiedelten Mitteleuropa Verluste durch den Straßenverkehr.